DFG-Projekt | Situativer Ausdruck bei Demenz: Von der Hexis zur Deixis
Das interdisziplinäre Forschungsprojekt untersucht, wie das Zeigen (Deixis) – etwa mit Worten, Gesten oder Zeichen – zur Verbesserung von Kommunikation und Interaktion bei Menschen mit Demenz beitragen kann. Ziel ist es, durch philosophische Begriffs- und Theoriearbeit neue Impulse für die pflegerische und therapeutische Praxis zu entwickeln.
Dazu wird eine Taxonomie der Deixis ausgearbeitet, die zwischen drei Modi unterscheidet:
- Verbale Deixis (z. B. Pronomina wie „ich“, „dort“),
- Korporale Deixis (z. B. Zeigegesten),
- Mediale Deixis (z. B. Pfeile oder Symbole im Raum).
Im Zentrum steht die Frage, wie diese Formen des Zeigens helfen können, Ressourcen personaler Identität zu erhalten – trotz Sprach-, Erinnerungs- und Orientierungsverlusten. Dabei verbindet das Projekt zwei zentrale Perspektiven:
- Positioning-Theorien, die das Zeigen im Gespräch untersuchen,
- Embodiment-Theorien, die verkörperte Ausdrucksformen als Langzeitgedächtnis verstehen.
Durch diese Verbindung adressiert das Projekt zwei Forschungslücken: die noch wenig erforschte Rolle der korporalen Deixis bei Demenz sowie das Potenzial medialer Deixis für die Gestaltung unterstützender Umwelten (z. B. durch Architektur, Design oder Technik).
Langfristig soll so ein differenzierteres Verständnis von Kommunikation im Kontext von Demenz entstehen – mit konkreten Anknüpfungspunkten für Pflegepraxis, Therapie und Experimentalforschung.
Förderung
Dieses Projekt wird von der Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.
Projektzeitraum ab 2024.
Antragsteller: Erik Norman Dzwiza-Ohlsen
Weitere Informationen finden Sie auf der DFG-Projektseite auf GEPRIS.