Tomás Epifani
Tomás Epifani hat Philosophie an der Universidad Nacional de San Martín (Argentinien) sowie Literaturwissenschaft an der Universität Barcelona (Spanien) studiert. Derzeit promoviert er im Rahmen einer Cotutelle in Deutschland und der Schweiz unter der Betreuung von Prof. Wolfram Nitsch (Universität zu Köln), einem Spezialisten für spanische und französische Komparatistik, und Prof. Emmanuel Alloa (Universität Freiburg), einem Experten für Merleau-Ponty und Kunsttheorie. Darüber hinaus wird er als assoziierter Forscher am Husserl-Archiv unter der Leitung von Prof. Thiemo Breyer betreut, der ebenfalls Mitglied seiner Promotionsprüfungskommission sein wird.
Im Rahmen dieser Forschungslinie zielt die geplante Dissertation darauf ab, eine Kunsttheorie bei Merleau-Ponty zu entwickeln, insbesondere mit dem Ziel einer Systematisierung ästhetischer Erfahrung. Hierfür arbeitet Epifani mit Begriffen ästhetischer Erfahrung, wie etwa Tiefe, Latenz, Synchronizität, Dichte, Liminalität, Spontaneität, Ambiguität und Voluminosität als Texturen des Fleisches. Diese Kategorien ermöglichen es darüber hinaus, laterale Beziehungen zu kinästhetischen künstlerischen Praktiken zu analysieren, die in der Übergangsphase zwischen moderner und zeitgenössischer Kunst (ca. 1950–1970) entstehen.
Abschließend widmet sich die Arbeit der Phase der passiven Ontologie in Merleau-Pontys unvollendeten Werken, insbesondere der Struktur interkorporaler Verflechtung, die im Fleisch der Welt fundiert ist. Merleau-Ponty versucht, die Grenzen des „Sichtbaren" und des „Unsichtbaren" durch das zu erweitern, was er als Modulationen des „Nicht-Sichtbaren" des Fleisches im Rahmen von einer phänomenologischen Kritischetheorie bezeichnet.
In diesem Zusammenhang wird das verwundete interkorporale Fleisch Lateinamerikas thematisiert. Um diese ontologische Wunde zu erfassen, konzentriert sich die Untersuchung auf die Ästhetik der brasilianischen Kunst des 20. Jahrhunderts, deren avantgardistische Bewegungen eng mit der philosophischen Rezeption des merleau-pontyschen Werkes in Brasilien verbunden sind.