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Joanne Wun

Research Project

Die un-/bewusste Subjektivität und ihre ständige Spannung:
Eine Untersuchung in und über Phänomenologie hinaus 

Das Projekt ist sowohl eine philosophische Untersuchung des Problems des Unbewussten aus phänomenologischer und psychoanalytischer Sicht als auch eine Untersuchung seiner ethischen und existenziellen Bedeutsamkeit für das Verstehen pathologischer Erlebnisse. Das Ziel ist zweifach. Auf philosophisch-theoretischer Ebene soll ein vertieftes Verständnis der menschlichen Subjektivität entwickelt werden, indem ihr verborgenes Gebiet – das Unbewusste – beleuchtet wird. Die menschliche Subjektivität entfaltet sich als eine un-/bewusste Subjektivität mit ständigen Spannungen. Aus ethischer und medizinischer Perspektive werden die Eigenheiten jeder Person aufgezeigt, etwa ihre Biografie und verdrängten Wünsche, die zu diversen Erfahrungen führen. Das Unbewusste konstituiert eine Individualität, die nie völlig mit den abgeflachten Werten und der Rationalisierung der Alltagswelt übereinstimmt. Diese Individualität sollte respektiert werden – besonders bei Subjekten mit psychischen Störungen –, wenn wir eine menschlichere Haltung gegenüber Patienten im medizinischen Kontext einnehmen wollen.

Das Projekt verfolgt vier Aufgaben: 
1) Das Unbewusste wird als innere Dimension des Bewusstseins – anstatt als etwas „Außerhalbliegendes“ – neu konzipiert, um eine erneuerte Konzeption der Subjektivität zu gewinnen.
2) Die heterogene Natur unbewusster und bewusster Aktivitäten wird offengelegt. Beide folgen unterschiedlichem Wirkprinzipen: Während z. B. die bewusste Wahrnehmung auf objektive Darstellung abzielt, sucht das Unbewusste eine symbolisch-subjektive Selbstdarstellung durch äußere Dinge. 
3) Trotz ihrer Heterogenität zeigt sich ein fortwährendes Wechselspiel zwischen Unbewusstem und Bewusstsein. Dieses lässt sich als Hin-und-her-Bewegung durch Gegenwirkung und Unterdrückung beider Kräfte beschreiben. 
4) Schließlich wendet es sich der phänomenologischen Psychopathologie von Trauma und Autismus-Spektrum-Störungen zu, worin die theoretischen Ergebnisse praktisch angewendet werden. Damit richtet sich das Projekt auf die Verstärkung der Idee der ,,Medical Humanity“ aus. 

Dises Projekt erfolgt im Rahmen des Basismoduls, Walter Benjamin-Stelle von der Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG).

E-Mail-Adresse: cwun@uni-koeln.de

Projektnummer: 56966887 

Zeitraum: 2025-2027