Alex Weischer
Phänomenologie der Bewusstseinsdynamik:
Die phänomenologische Forschung hat differenzierte Analysen zentraler Dimensionen des Bewusstseins hervorgebracht, insbesondere im Hinblick auf Affektivität, Leiblichkeit, Aufmerksamkeit und Denken. Diese Untersuchungen bleiben jedoch häufig perspektivisch getrennt und sind nicht in einer einheitlichen strukturdynamischen Architektur vermittelt. Es fehlt eine systematische Theorie, die erklärt, nach welchen Prinzipien sich diese Dimensionen konstitutiv verschränken und wechselseitig modulieren.
Die „Phänomenologie der Bewusstseinsdynamik“ untersucht die zeitliche und strukturelle Veränderlichkeit des phänomenalen Bewusstseins. Im Zentrum steht die Frage, wie affektive Impulse über leibliche und kognitive Aufmerksamkeitsprozesse in konkrete Denkformen überführt werden und wie diese Denkformen ihrerseits Aufmerksamkeits- und Leibprozesse beeinflussen und dadurch neue affektive Potenziale freisetzen.
Ziel des Promotionsvorhabens ist die Entwicklung eines Modells, das die Organisations- und Verschränkungsprinzipien dieser Konstitutionsinstanzen des Bewusstseins phänomenologisch rekonstruiert.